Was ist Übelkeit?
Definition
Bei Übelkeit handelt es sich um mehr als ein unangenehmes Gefühl – für den Körper ist diese Befindlichkeitsstörung eine Art Warnsignal. Die Betroffenen haben ein „flaues Gefühl“ im Magen, fühlen sich unsicher und suchen nach Ruhe. Häufig ist Übelkeit Vorbote für Erbrechen. Auf diese Weise versucht der Körper, sich schädlicher Stoffe zu entledigen. Somit ist Übelkeit ein Schutzmechanismus.
Die Ursachen für Übelkeit sind vielschichtig. Dringen beispielsweise Gifte oder Viren und Bakterien bzw. Stoffe, die die Schleimhaut angreifen, in den Körper ein, reagiert dieser als Selbstschutz mit Übelkeit – in der medizinischen Fachsprache Nausea. Das übele Gefühl soll die Aufnahme weiterer Schadstoffe verhindern. Auch übermäßiger Alkoholgenuss oder üppiges Essen aktiviert diesen Selbstschutzmechanismus und dem Betroffenen wird übel. Übelkeit tritt auch in ca. 50–90 % aller Schwangerschaften auf.
An welchem Ort im Körper entsteht Übelkeit?
Übelkeit entsteht zunächst im Kopf, genauer gesagt im verlängerten Rückenmark – der Medulla Oblongata. Genau dort ist auch das Brechzentrum angesiedelt. Unklarheit herrscht darüber, durch welche Nervenreizungen Übelkeit entsteht.
Auslösende Reize für Übelkeit
Sowohl innere als auch äußere Reize können Übelkeit auslösen. So können bestimmte Gerüche oder ein gewisser Geschmack in bestimmten Zuständen, wie z. B. in der Schwangerschaft, das „mulmige Gefühl“ in der Magengegend, d. h., die Übelkeit auslösen. Ist das Gleichgewichtsorgan ungewohnten Reizen ausgesetzt, kann sich ebenfalls ein übles Gefühl entwickeln. Klassische Beispiele hierfür sind die Reise- und Seekrankheit. Am bekanntesten ist wohl die Übelkeit in der Frühschwangerschaft. Auch Lebensmittelvergiftungen führen auch zu Übelkeit und Brechreiz.
Im Zusammenhang mit zahlreichen Erkrankungen kann Übelkeit ebenfalls auftreten. Hier sind vor allem Migräne, Erkrankungen der Verdauungsorgane wie eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis), ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) oder Gallensteine zu nennen. Akute Blinddarmentzündungen (Appendizitis), Erkrankungen des Herzens (Herzinfarkt, Herzschwäche), Gehirnverletzungen wie ein Schlaganfall (Apoplex), ein Gehirntumor oder eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) sowie Infektionskrankheiten, beispielsweise eine Zeckenbiss-Infektion (FSME bzw. Borreliose) kommen ebenfalls als Ursache für Übelkeit in Betracht.
Begleitsymptome
Begleitende Beschwerden des üblen Gefühls sind oft Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Fieber und Schweißausbrüche. Die Kombination von Fieber, Husten und Übelkeit tritt manchmal bei Atemwegserkrankungen, einer Grippe oder der Schweinegrippe auf.
Kopfschmerzen und ein Übelgefühl können auf eine Hirnhautentzündung hindeuten. Liegt die Ursache der Übelkeit eher im Magen-Darm-Bereich, gesellen sich oft Magen-Darm-Krämpfe oder Bauchschmerzen zur Übelkeit. Die Betroffenen plagen manchmal auch Sodbrennen, Aufstoßen, Erbrechen oder Völlegefühl. Augenschmerzen gehen ebenfalls mit Übelkeit einher – hier liegt der Verdacht auf einen Glaukom-Anfall nahe.
Brustschmerzen, eventuell auch Bauchschmerzen in Kombination mit Übelkeit, können typisch für einen Herzinfarkt sein. Tritt das mulmige Gefühl mit Rückenschmerzen auf, ist u. a. an Erkrankungen der Bauchschlagader oder der Bauchspeicheldrüse zu denken.
Treten das Unwohlsein und Gelbsucht gleichzeitig auf, kann ein Gallenwegsverschluss oder eine Leberkrankung vorliegen. Schmerzen im Oberbauch mit Übelkeit können z. B. auf eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder ein Geschwür (Ulcus) hinweisen.
Übelkeit als Vorbote von Erbrechen
Meist kündigt starke Übelkeit und ein flaues Gefühl im Magen Erbrechen an. Das Brechzentrum liegt im verlängerten Rückenmark, der Medulla Oblongata. Über mehrere Nerven ist es mit dem Magen und dem Gleichgewichtsorgan, das im Innenohr liegt, verbunden.
Mit dem flauen Gefühl im Magen und Brechreiz bricht oft kalter Schweiß und ein Schwindelgefühl aus. Diese Symptome treten auf, weil der Blutdruck abfällt. Die Betroffenen haben ein auffallend blasses Gesicht, sind müde, klagen über Kopfschmerzen.
Kommt es dann zum Erbrechen, ziehen sich die Bauch- und Zwerchfellmuskeln zusammen. Anschließend wird der Speisebrei nach außen befördert. Erbrechen tritt häufig allein zum Schutz des Körpers auf: Lebensmittel, die für den Körper nicht bekömmlich sind, werden so nach außen befördert.
Birgit Lindner